GEO

Laut DIN 61301-E sind Geotextilien „ein in Kontakt mit dem Boden und anderen Baustoffen im Bauwesen verwendetes wasser- und luftdurchlässiges textiles Flächengebilde“.
Das Bauen mit Geotextilien gilt als sicher und ökologisch sowie wirtschaftlich sinnvoll für viele Anwendungen im Straßen-, Verkehrswege-, Erd-, Grund- und Wasserbau. Geotextilanwendungen ergänzen bzw. ersetzen früher übliche Bauweisen, bei denen mineralische Baustoffe verwendet wurden. Dadurch gilt die Bauweise mit Geotextilien als fortschrittlich und besonders ressourcenschonend.
Die spezifischen Eigenschaften und Funktionen der Geotextilien ergeben sich aus den verwendeten Rohstoffen, der Verarbeitungsart (z.B. der Verfestigung, der Bindung der Fasern und Garne, der Ausbildung der Kreuzungspunkte) sowie durch die Anordnung und Verbindung der Komponenten bei Verbundstoffen.

Funktionen der Geotextilien

Funktionen der Geotextilien

Bewehren
Für die Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von Bodenschichten werden zur Aufnahme von Zugkräften unter Straßen, Schienen und Wegen oder zwischen Bodenschichten zur Sicherung von Hängen, Straßen- und Bahndämmen sowie von Lärmschutzwällen Geotextilien eingelegt.
Trennen
Der Aufbau von Erdbauwerken mit unterschiedlichen Bodenschichten in Körnung und Eigenschaft ermöglicht die Übernahme verschiedener Aufgaben. Geotextilien als Trennschicht verhindern die Vermischung benachbarter Bodenarten und erhalten somit dauerhaft deren Eigenschaften und Funktionsweisen.
Filtern
Als Filter halten Geotextilien Bodenbestandteile oder andere Partikel zurück, während der Durchfluß von Flüssigkeiten senkrecht zur Filterebene ermöglicht wird.
Dränen
Dränen ist die flächige Erfassung und Ableitung von Wasser oder anderen Flüssigkeiten. Dränsysteme auf der Basis von Geotextilien ersetzen aufwendige Dränschichten aus mineralischen Baustoffen.
Schützen
Geotextilien geben Kunststoffbahnen und beschichteten Bauteilen Schutz vor mechanischer Beschädigung. Der Einsatz im Deponie- und Tunnelbau sowie der Schutz von Rohrleitungen sind die Hauptanwendungsgebiete.
Erosionsschutz
Der oft Jahre dauernde natürliche Aufbau von Vegetationsschichten wird mit Erosionsschutzmatten gefördert und gesichert. Der Abtransport von Bodenteilchen durch Wasser und Wind an Abhängen wird durch diese Schutzmatten verhindert.
Dichten
Für den Umwelt- und Grundwasserschutz sowie die Lebensdauer von erdberührenden Bauwerken wie Gründungen von Wohn- und Industriebauten, Tunneln und Tiefgaragen sowie von Gründächern sind Dichtungen unverzichtbar. Langfristig garantierende Dichtung bei hoher mechanischer und chemischer Beständigkeit und eine einfache Handhabung beim Einbau sind die wesentlichen Anforderungen an diese Bauteile.

Rohstoffe für Geotextilien

Rohstoffe für Geotextilien

Als Rohstoffe für die Geotextilien kommen je nach Einsatzzweck

  • synthetische (z.B. Polyethylen, Polypropylen, Polyester, Polyamide, Polyolefine und Polyacrylnitrite),
  • natürliche (z.B. Kokos, Jute, Sisal und Baumwolle) oder
  • mineralische (z.B. Glas und Basalt) Fasern zum Einsatz.

Verarbeitungsarten von Geotextilien

Verarbeitungsarten von Geotextilien

Nach der Art der Verarbeitung werden Geotextilien unterteilt in Vliesstoffe, Gewebe, flächige Gewirke und Verbundstoffe, die zum Bewehren, Trennen, Filtern, Dränen, Schützen, Erosionsschutz oder Dichten eingesetzt werden.

  • Vliesstoffe werden durch einen chemischen, mechanischen oder thermischen (kohäsiven oder adhäsiven) Verfestigungsprozess aus flächenhaft aufeinander abgelegten einzelnen Fasern hergestellt. Je nach Verfestigungsverfahren bilden sich dabei unterschiedliche Dehnungseigenschaften aus.
  • Gewebe bestehen aus sich regelmäßig, im Allgemeinen rechtwinklig, kreuzenden Fadensystemen. Die Bindungsart (z.B. Köper- oder Leinenbindung) beeinflusst dabei wesentlich die technischen Eigenschaften wie die Zugfestigkeit und die Dehnung.
  • Gewirke (Maschenwaren) bestehen aus einem oder mehreren Fadensystemen, die durch Vermaschen bzw. Vernähen verbunden werden. Diese unterscheiden sich von den Geweben durch gestreckt vorliegende Fäden sowie die Vernähung der Kreuzungspunkte mit einem dritten Faden, dem Nähfaden. Die hieraus entstehenden textile Flächen haben:
    • im Vergleich zu Geweben geringe Konstruktionsdehnungen,
    • verschiebefeste Knotenpunkte,
    • eine höhere Festigkeit und eine niedrigere Dehnung in Richtung der durchlaufenden Fäden.
  • Verbundstoffe sind in der Fläche miteinander verbundene Gewebe, Vliesstoffe oder Maschenwaren. Sie kombinieren die Eigenschaften der einzelnen Geotextilien und werden für die optimale Anpassung an bestimmte Anforderungen hergestellt.